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Da bei einem Ideenwettbewerb für ein neues Geschäftsgebäude für das Schneiderunternehmen Goldman & Salatsch kein geeigneter Entwurf gefunden wurde, beauftragte man 1909 Adolf Loos mit dem Bau.
Ursprünglich war ein anderer Entwurf geplant, doch im Juli 1910 brachte Loos, zum Entsetzen aller, eine glatte Fassade ohne Verzierungen an.
Dies wurde vom Gemeinderat kritisiert und erregte auch bei den Wienern im Allgemeinen großen Anstoß, Besonders Kaiser Franz Josef 1 war über das ungewöhnliche und schmucklose Haus so empört, daß er veranlaßte, die Vorhänge der gegenüber liegenden Hofburg permanent geschlossen zu halten.
Ein vorübergehender Baustop wurde 1912 wieder aufgehoben, nachdem sich Adolf Loos bereiterklärt hatte, an den Fenstern Bronzeblumenkästen anzubringen.
Die Skelettbauweise in Eisenbeton gestattete eine komplexe räumliche Inszenierung der Geschäftsbereiche, die mit kostbaren Materialien und Formmotiven (Marmor und Säulen) auch nach außen repräsentieren.

Heute noch heißt dieses Haus auch das „augenbrauenlose“ Haus. Die Säulen des Looshauses haben keine tragende Funktion sondern sollen eine Verbindung mit der Hofburg und dem Michaelerplatz erzeugen.
Das erkennt man daran, daß die Säulenkapitelle ein Stück vorgerückt sind. Die Bay-Windows zeigen den englischen Einfluß. Aufgrund des trapezförmigen Grundrisses des Hauses erscheint der Platz sehr groß und weit.


Eine Besonderheit ist auch, daß sich in der äußeren Glaswölbung die ganze Fassade der Hofburg spiegelt. Innen ist das Haus mit Pyramidenmahagoni und Spiegeln ausgestattet. Auch die anderen Einrichtungsgegenstände wurden von Adolf Loos bis ins Detail geplant.
Alle Möbel hatten Füßchen aus Eisen oder Kupfer, damit beim Reinigen nichts beschädigt wurde. Die Nietköpfe wurden nicht verdeckt, sondern als Zierde verwendet. Der untere Raum war früher ein Schneidersalon, der obere wurde für die Buchhaltung genutzt. Heute ist in diesem Gebäude eine Bank untergebracht.
Bei der Renovierung des Looshauses wurden die Lampen respektive Leuchten von Adolf Loos von WOKA LAMPS VIENNA in Wien in Handarbeit hergestellt.
© Copyright Wolfgang Karolinsky - Wed, 7. Jan 2009