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Klassizismus/Classicism  

In der Kunstwissenschaft bedeutet Klassizismus eine in verschiedenen Epochen auftretende Richtung, die sich an der Klassik, d. h. am antiken Vorbild, orientiert.

Bei weniger dekorativen, sondern streng-nüchternen Richtungen in der Architektur des 17. und 18. Jh., in denen Tempelmotive und dgl. bes. betont werden, spricht man daher z. B. von Barock-K.

Unter K. im engeren Sinn wird der Romantische K. des späten 18. und frühen 19. Jh. verstanden (als Teil des Romantischen Historismus ), während spätere klassizist. Strömungen oft als neuklassizist. bezeichnet werden.

Solche Tendenzen gab es im Strengen Historismus, imJugendstil und in der 1. Hälfte des 20. Jh. (Josef Hoffmann , Adolf Loos ).

Viele romant. Werke enthalten klassizist. Komponenten; in ausgeprägter Form begegnen diese am ehesten in Architektur (L. Montoyer, C. de Moreau) und Plastik (F. A. Zauner , L. Kiesling).

Für den franz. K. geprägte Unterbegriffe wie Empire werden verunklärend mitunter auch für Ö. übernommen, namentlich in bezug auf Innendekoration und Kunstgewerbe. K. entspricht traditionell durch seine repräsentativ anmutende Typensprache eher autoritären Strukturen (Nat.-Soz.), wenngleich dies nicht generell gilt.

So nahm Theophil Hansen im neuhellenischen Stil des Wr. Parlaments symbolisch das demokrat. Staatsideal der Griechen auf. Mit dem K. an sich wenig zu tun hat der sog. Revolutions-K. in der Baukunst des 18. Jh., der durch die Vorliebe für glatte, stereometrisch-massive Bildungen charakterisiert ist, wie sie v. a. Isidor Canevale demonstrierte.

Photo Pantheon Paris

 

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